An ein Ereignis Anfang März 2020 erinnere ich mich besonders gut. Am Morgen überraschte mich meine Chefin mit einem Blumenstrauss und gratulierte mir zum Jubiläum. Da tauchte die ungewöhnliche/befremdende Frage auf, dürfen wir uns überhaupt noch die Hand geben? Spontan entschieden wir uns für einen kurzen Händedruck. Der Letzte bis heute.
Dann ging es Schlag auf Schlag, an beiden Schaltern beim Empfang wurden Plexiglasscheiben mit einer kleinen Durchreiche montiert. Dies erschwerte die Kommunikation mit den Spitalbesuchern und dem Personal am Schalter erheblich. Das Durchreichen von Paketen, Geschenken und Blumensträussen beschert uns jedes Mal einen Gang zur Türe, was jedoch unsere Bewegung fördert.
Spätestens ab jetzt musste man sich bei jedem Dienstantritt eine Übersicht über die neuen (Besucher-) Regeln und Umstellungen verschaffen. Daraus entstanden gute Ideen wie die Besucher, Eltern und Patienten möglichst kontaktlos weitergeleitet werden können. Der Kartenleser für die Versicherungskarten wurde kurzerhand auf die Theke gestellt und somit war das «Self-Scanning» am Empfang lanciert. Kurz darauf stand ein Tisch mit Masken und Desinfektionsmittel in der Empfangshalle, anstatt dem so beliebten Segelschifft, welches früher täglich vielen Kindern Freude bereitete.
Es gab sehr bedrückende Momente, wenn beispielsweise nur ein Elternteil und keine Geschwister auf die Station zu ihren Liebsten durften. Ich mag mich erinnern wie sich ein Mädchen freute, als sie ihrem Geschwister persönlich ein Geschenk auf der Station überreichen durfte. Dies war längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Zum Glück wurden im KISPI einzelne Ausnahmen toleriert.
Der grösste Einschnitt in unsere tägliche Arbeit ist die Maskenpflicht seit Ende Oktober 2020. Die Kommunikation mit den Spitalbesuchern wurde nochmals massiv erschwert.
Trotz aussergewöhnlich vielen Umstellungen, Veränderungen und Einschränkungen im letzten Jahr, bin ich glücklich, an der Rezeption des Kinderspitals arbeiten zu dürfen. Im Gegenteil, ich bin sogar froh darüber, nicht im Homeoffice arbeiten zu müssen, da mir der Kontakt zu meinem Geschäftsumfeld fehlen würde.